51 Akteur*innen aus Zivilgesellschaft und Wissenschaft fordern darin ein konsequentes Umdenken der Politik im Kampf gegen die Armut von Kindern und Jugendlichen. Bund, Länder und Kommunen müssen endlich gemeinsam an einem Strang ziehen! Weg von einem Kooperationsverbot zwischen den föderalen Ebenen und hin zu einem Kooperationsgebot.
Ein Aufwachsen in Armut wirkt sich auf die Teilhabe an der Gesellschaft aus und prägt Menschen für ihr gesamtes Leben. Seit Jahrzehnten verharrt die Kinder- und Jugendarmut in unserem reichen Land auf einem viel zu hohen Niveau von 20 Prozent. Die Dauer, in der Kinder und Jugendliche in Armut leben, verlängert sich sogar seit Jahren. Vor dem Hintergrund einer Sparpolitik, die auch vor Angeboten für Kinder, Jugendliche und ihre Familien nicht haltmacht, fordert der Ratschlag Kinderarmut ein Umdenken im Zusammenspiel von Bund, Ländern und Kommunen. Nicht die Frage, wer welche Maßnahmen bezahlt, sollte im Vordergrund stehen, sondern die Förderung eines guten Aufwachsens für alle. Dafür braucht es eine Stärkung der Infrastruktur vor Ort. Das wird nur funktionieren, wenn Kommunen, Länder und der Bund sich gemeinsam zuständig fühlen und alle Ebenen tatsächlich Verantwortung übernehmen.
Gesundheit Berlin-Brandenburg e. V. setzt sich seit über 30 Jahren dafür ein, dass Kinder und Jugendliche in Armutslagen mit gleichen Chancen aufwachsen. Mit dem Kongress Armut und Gesundheit setzt die Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung jährlich wichtige Impulse in Richtung Politik, Wissenschaft und Praxis. Sie bündelt Wissen und Ressourcen und koordiniert hierfür in beiden Bundesländern multiprofessionelle Netzwerke. Im Rahmen der Berliner Strategie gegen Kinder- und Familienarmut begleitet das Projekt MitWirkung – Perspektiven für Familien alle 12 Berliner Bezirke dabei, ihre bezirklichen Strategien für ein chancengleiches Aufwachsen auszubauen. Veränderung ist möglich!